Leben in Schwalbach

Migration und Integration

Migration

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge definiert Migration wie folgt:

  • Von Migration spricht man, wenn eine Person ihren Lebensmittelpunkt räumlich verlegt.
  • Geschieht dies innerhalb eines Landes spricht man von "Binnenmigration".
  • Von internationaler Migration spricht man dann, wenn dies über Staatsgrenzen hinweg geschieht.

 Ein Migrationshintergrund liegt vor, wenn:

  1. die Person nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder
  2. der Geburtsort der Person außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland liegt und eine Zuwanderung in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach 1949 erfolgte oder
  3. der Geburtsort mindestens eines Elternteiles der Person außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland liegt sowie eine Zuwanderung dieses Elternteiles in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach 1949 erfolgte.

(Quelle: Satistisches Bundesamt)

  • Diese Personen müssen keine eigene Migrationserfahrung haben
  • Somit haben auch Spätaussiedler und deren Kinder einen Migrationshintergrund
  • Jede dritte Person mit Migrationshintergrund lebt seit ihrer Geburt in Deutschland

Integration

In einem allgemeinen Verständnis bedeutet Integration die Eingliederung in ein Ganzes, die Herstellung einer Einheit aus einzelnen Elementen oder die Fähigkeit einer Einheit, den Zusammenhalt der Teilelemente auf Grundlage gemeinsamer Werte und Normen zu erhalten. In der Wissenschaft herrscht keine Einigkeit über den Begriff der Integration, Integration wird entweder als Prozess, als Funktion oder als Ziel verstanden und grenzt sich von Termini wie Separation, Assimilation oder Konflikt ab.

Bezogen auf das soziale Zusammenleben bedeutet Integration, dass kulturell und anderweitig verschiedene Personen und Gruppen einer Gesellschaft gleichberechtigt zusammenleben. In diesem Zusammenhang hat Integrationspolitik die Aufgabe, Rahmen für Integration zu schaffen, d.h. Fragen der rechtlichen Gleichbehandlung anzugehen, den Abbau von Diskriminierung voranzubringen, gegenseitige Akzeptanz und Anerkennung zu fördern und zu unterstützen.

Integration in Deutschland vollzieht sich vor dem Hintergrund, dass etwa 20 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben und entweder selbst Zugewanderte oder Kinder bzw. Enkelkinder von Zugewanderten sind. Die öffentlichen Debatten über Migration und Integration, die insbesondere in den letzten Jahren verstärkt geführt wurden, verkennen, dass sowohl Migration als auch Integration jahrhundertealte Phänomene sind und praktisch in jeder Gesellschaft vorkommen.

Integration erfolgt sehr unterschiedlich und hängt nicht zuletzt von den politischen, sozio-ökonomischen, kulturellen oder religiösen Dimensionen der Zugewanderten ab. Dabei bedeutet Integration nicht, dass sich eine Person oder Gruppe assimilieren muss und ihre kulturelle Herkunft und Identität, die sich z.B. durch Sprache, Religion oder Traditionen ausdrückt, aufgibt. Der Prozess der Integration besteht aus Annäherung, gegenseitiger Auseinandersetzung und Kommunikation, dem Finden von Gemeinsamkeiten und Unterschieden und der Übernahme gemeinschaftlicher Verantwortung auf beiden Seiten.

Quelle: Integration in Deutschland – Bundesausländerbeauftragte